Comoedia de Christi Resurrectione – Ein Osterspiel

Dös is an Aufwachn ringsum im Land

«Dös is an Aufwachn ringsum im Land, [...] aus wintriger Nacht, von Trübsal und Dunkl, von Schlaf und von Tod» heißt es hoffnungsvoll in Carl Orffs Osterspiel Comoedia de Christi Resurrectione, das über Ostern im Carl Orff Museum und in St. Ottilien in einer Lesung mit Musik zur Aufführung kommt. 

Die dritte Nacht nach Jesus’ Kreuzigung ist angebrochen und die römischen Soldaten, die zur Bewachung des Grabes abkommandiert wurden, unterhalten sich über den Gottessohnes, sein Leben, Wirken und Sterben. Zwischen Langeweile und Pflichterfüllung sprechen sie, teils ergriffen, teils despektierlich von diesem wundersamen wie wunderlichen Menschen in der Sprache des einfachen Volks – bayerisch. Nur einer spricht Hochdeutsch und Latein, die Sprache der Gelehrten: Der Teufel, der sich unerkannt auf einem der Nachbargräber niedergelassen hat und auf eine Chance wittert, die Auferstehung Jesus Christus' zu verhindern. Doch in guter, bayerisch-volkstheaterhafter Manier lässt er sich auf ein hitziges Kartenspiel mit den Soldaten ein und versäumt quasi im Eifer des Gefechts das göttliche Wunder. Spuckend vor Wut fährt er zurück in die Hölle: «Betrug! Betrug! […] Flüchti is er mir wordn, auf und davon in 'n Himmel nauf zu seiner Engelsbagage!» 

Diese «Bagage» rahmt mit himmlischen Engelsgesängen die gesprochenen Szenen ein, wodurch Orff einen für ihn typischen Bogen schlägt vom schlicht anmutendem Volkston in der gesprochenen Sprache, geschickt changierend zwischen derb und poetisch, zu einer Musik, die den Zuhörer in entrückte Sphären entführt.

Claus Obalski

Als Sohn einer Mundartdichterin hat Claus Obalski die bayerische Sprache quasi mit der Muttermilch eingesogen. So verwundert es nicht, dass er nach seiner Schauspielausbildung große Erfolge gerade im Mundarttheater erzielte; sei es in Aufführungen der Kleinen Komödie München oder des Tegernseer Volkstheaters, sei es auf dem Münchner Nockherberg oder in zahlreichen Fernsehausstrahlungen u. a. des legendären Komödienstadels.

Nicht zuletzt ist der Schauspieler für seine Lesungen von Werken Ludwig Thomas bekannt.

Ulrike Dostal

Ulrike Dostal wurde in Regensburg geboren und erhielt ihre Schauspielausbildung in Wien und München, außerdem eine Musicalausbildung in Edinburgh.

Sie ist Trägerin des Lore-Bronner-Preises. Seit Jahren wirkt sie als Ensemblemitglied am Staatstheater am Gärtnerplatz (u.a. My Fair Lady und Drei Männer im Schnee), am Münchner Galerie-Theater (Faust I und Faust II), an der Kammeroper Augsburg (u. a. Die Zauberflöte und Die Fledermaus) und beim Ensemble Südsehen (u. a. Kabale und Liebe sowie Heute Abend: Lola Blau). Als Schauspielerin ist sie oft in der freien Szene Münchens zu erleben und präsentierte hier im vergangenen Jahr auch ihre erste Regiearbeit: Glück von Eric Assous.

Comoedia de Christi Resurrectione

Ein Osterspiel – Lesung mit Musik

Es lesen Ulrike Dostal und Claus Obalski  

  • Palmsonntag, 14. April 2019, 15 Uhr in Dießen
  • Ostermontag, 22. April 2019, 15 Uhr in Dießen
  • Sonntag, 28. April 2019, 15:30 Uhr in St. Ottilien

Veranstaltungsorte:

  • Carl Orff Museum,  Hofmark 3,  86911 Dießen
  • Festsaal des Rhabanus-Maurus-Gymnasiums, Erzabtei 23, 86941 St. Ottilien

Eintritt:

  • € 12.-

Kartenreservierung: