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Unterschrift Carl Orff

Trionfo di Afrodite – Concerto scenico (1953)

»Wie immer erwuchs mir aus dem Wort eine musikalische Diktion.«[1]

In ›Trionfo di Afrodite‹ hat Orff erstmalig altgriechische Dichtung mit lateinischen Versen verbunden. Die Texte aus Catulls Hochzeitsgedichten bilden das Grundmuster, in das die Sappho-Fragmente intarsienartig eingelegt sind.

Vom Vokalreichtum des Griechischen inspiriert, entsteht ein neuer melischer Stil von gesteigerter Expressivität. Bei äußerster Aussparung der Instrumente  artikulieren die Stimmen die Klangpartikel der Sprache.

 

(›Trionfo di Afrodite‹, Schlusschor)
(Plakat Trionfi, 1953)
(Szenenfoto der UA 1953)

 

Im Gegensatz dazu stellen die lateinischen Texte überwiegend strukturierte Klangflächen über Haltetönen oder rhythmischen Ostinati dar. Sie lassen deutlich werden, dass Orff in diesem Werk am entschiedensten aus der Tonika-Dominat-Ordnung ausgebrochen ist und harmonische Basen meidet. Eine Tonart ist nirgends ausgeprägt. Letztmalig in Orffs Bühnenwerk sind hier die gesamten Streicher eingesetzt.[1]

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[1] CO IV,147; [2] Werner Thomas in: Pipers Enzyklopädie des Musiktheaters, Band 4, München 1991, S.581 ff.
Aus.: 1 Carl Orff »Ein Bericht in Wort und Bild«, B. Schott`s Söhne Mainz, 1955, S.77; 2 Dok. Bd. IV, S. 17 J;3  Madeline Winkler-Betzendahl, Deutsches Theatermuseum
Audio: Muhai Tang - WER 6275-2

AUDIO:
Claustra pandite

Uraufführung

Handlung