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Unterschrift Carl Orff

Ein Sommernachtstraum – Schauspiel von William Shakespeare

Nach der Übersetzung von August Wilhelm Schlegel eingerichtet und mit Musik versehen von Carl Orff (1917/1962)

»Heute, 1963, bilde ich mir ein, eine Musik zum ›Sommernachtstraum‹ nicht besser machen zu können. Ich habe mich jahrzehntelang darum bemüht.«[1]

Keiner der Theaterstoffe, die Orff zum Gegenstand eines eigenen Bühnenwerkes wählte, hat ihn so lange in Bann gehalten wie Shakespeares ›Sommernachtstraum‹. Mehr als ein halbes Menschenalter, von 1917 bis 1962, hat Orff um eine »Musikalisierung« des Stückes gerungen.

In sechs oft durch zeitlich lange Intervalle unterbrochenen Anläufen ist schließlich eines der zentralen Werke Orffs entstanden.[...]Es kann keinen Zweifel geben, daß diese Musik nicht nur typologisch der ›Klugen‹ und der ›Bernauerin‹ verwandt ist, sondern auch nach ihrer künstlerischen Bedeutung diesen Werken die Waage hält.[2]

 

(Bühnenmodell von Franz Mertz, Darmstadt 1952)
(A Midsommer nights dreame)
(Szenenfoto Landestheater Darmstadt 1953)

   

»Vom abendländischen Theater hat nichts so stark auf mich gewirkt wie die griechischen Tragödien und Shakespeare. Beide haben mich ein Leben lang begleitet und zur künstlerischen Auseinandersetzung gereizt. Meine periodisch wiederkehrende Beschäftigung mit Shakespeare hat auf die meisten meiner Werke ihren Einfluß gehabt.[...]

Der ›Sommernachtstraum‹ hatte es mir besonders angetan. Ich kannte bis dahin nur ›Sommernachtstraum‹-Aufführungen mit Mendelssohnscher Musik, es war mir aber bald klar, wie Shakespeare-fremd diese im Grunde waren.[...]

1917 begann ich – meiner Meinung nach »entoperte« – Musik zum ›Sommernachtstraum‹ zu schreiben. Es war mein erster Versuch. Stilistisch bewegte ich mich zwischen Richard Strauss' ›Ariadne‹ und Debussys ›Pelléas und Mélisande‹. Zwar schrieb ich keine Ouvertüre mehr, jedoch noch ein überflüssiges Vorspiel; statt des Hochzeitsmarsches, der bestimmt unshakespearisch ist, stand eine kleine Festmusik, ansonsten setzte ich die Musik oft an anderen Stellen als Mendelssohn ein, besonders untermalend bei allen Zauber- und Liebesszenen. Im Ganzen war es immer noch viel zu viel Musik.«[3]

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CO-Dok V,233; [2] Franz Willnauer in CO-Dok V,233; [3] CO-Dok V,219/221
Abb.: 1 Theatermuseum Köln; 2 OZM; 3 Pit Ludwig

Uraufführung

Handlung