Carl Orff Schulwerk - Elementare Musik- und Tanzpädagogik
von Michael Kugler
Zusammenfassung
Die erste Publikation des OSWs mit dem Titel ›Elementare Musikübung‹ erscheint 1932-35 nach einer Werkstattphase an der Günther-Schule für Gymnastik und Tanz. Sie wird nicht fortgeführt, weil seine fremdartige Klanglichkeit und das Prinzip der Improvisation den ideologischen Vorgaben der NS-Zeit widersprechen.
Auf eine 1948 gestartete Schulfunkreihe folgt 1950-54 die zweite Publikation ›Musik für Kinder‹. Die schon bald einsetzende nationale und internationale Verbreitung führt zu einer interkulturellen Rezeption des Schulwerks, die bis heute anhält. Beiden Schulwerk-Publikationen liegt Orffs künstlerisch und anthropologisch inspirierte Idee einer ›Elementaren Musik‹ zugrunde, die quasi pädagogisch entfaltet wird.
Den pädagogischen Kern der Konzeption ›Orff-Schulwerk‹ bildet der eigenschöpferische Umgang mit den Elementen Musik, Sprache und Bewegung, zu dem die Publikationen nur Modelle liefern wollen. Probleme mit dem Orff-Schulwerk entstehen durch das Abspielen der Modelle ohne Berücksichtigung von Improvisation und Bewegung. Die Aus- und die Fortbildung von Lehrkräften muss deshalb für kreatives Arbeiten die Voraussetzungen und ein methodisches Repertoire schaffen.