Unterschrift Carl Orff

Studium der Alten Meister

»Herbst 1921. Ich wollte lernen, lernen, lernen. Deshalb ging ich weiter bei den alten Meistern in die Lehre.«[1]

Ab 1919 wirkte Orff als freischaffender Komponist in München; in den folgenden Jahren bis 1931/32 fand er seinen persönlichen Stil. Orff wandte sich von der Musiksprache Strauss’ ab und studierte Musik des 16. und 17. Jahrhunderts.

1921 machte Curt Sachs Orff auf Monteverdi aufmerksam. Die Bearbeitungen einiger der bedeutendsten Werke Monteverdis, begonnen 1923/24 mit Orpheus, galten sowohl in aufführungspraktischer als auch musikhistorischer Hinsicht als Pionierleistung und waren richtungsweisend für die Herausbildung von Orffs musikalischer Sprache.

 

Curt Sachs und Carl Orff: »Sie sind der geborene Musikdramatiker, Ihr Feld ist die Bühne. Gehen Sie beim ersten Musikdramatiker in die Lehre!«[3] (Lamenti, Klage der Ariadne, Szenenfoto der Uraufführung, Schwetzingen 1958)
(Lamenti, Klage der Ariadne, Szenenfoto der Uraufführung, Schwetzingen 1958)

   

»In meinem Tagebuch[...]findet sich im Dezember 1917 unvermittelt die spontane und kategorische Eintragung: Alte Meister studieren!!!«[2] (Partitur ›Entrata‹ nach William Byrd 1928)
»Daneben aber begann ich in des Wortes ganzer Bedeutung mich in die Werke alter Meister zu vertiefen.«[3] (Faksimile, Monteverdi ›Lamento d'Arianna‹)
»Was Carl Orff bei den alten Meistern suchte und fand, ist im Grunde das über sie hinausweisende Ur-Alte, das seiner Sprache musikalischen Halt gewährt.« [4] (Entrata-Bühnenbildentwurf von Helmut Jürgens, München 1963}

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[1] CO-Dok II,121; [2] CO-Dok II,7; [3] zitiert nach CO-Dok II,14; [4] Theodor Göllner: Carl Orff und die alten Meister, in; Bayr. Akad. d. Schönen Künste, Jahrbuch 2/1, München 1988, S. 245
Abb.: 1 Madeline Winkler-Betzendahl, Deutsches Theatermuseum; 2 CO-Dok II,201; 3 Faksimile; 4 OZM
Audio: Ferdinand Leitner - Acanta 44 2099-2

AUDIO:
Klage der Ariadne

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