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Unterschrift Carl Orff

Gisei – Das Opfer (Uraufführung) | De temporum fine comoedia

Fünfter und sechster Beitrag der Reihe Das Werk von Carl Orff unter der Musikalischen Leitung von Constantin Trinks im Staatstheater Darmstadt

Gisei – Das Opfer, ein im Jahr 1913 entstandenes Jugendwerk von Carl Orff, basiert auf einem japanischen Trauerspiel mit dem Titel Terakoya. Der fremde Stoff inspirierte den jungen Komponisten zu einer Musiksprache der Synthese zwischen musikalischem Exotismus und europäischer Musiktradition. In einem Vorspiel beklagen zwei Gestalten, ein Mann und eine Frau, den Opfertod ihres Kindes. Die Geschichte der durch ein unabwendbares Schicksal herbeigeführten Tötung des Knaben Totaro wird in der anschließenden Haupthandlung wie in einer filmischen Rückblende dargestellt. 

Diesem ersten Bühnenwerk Orffs, das in der Inszenierung von John Dew zur posthumen Uraufführung gelangt, wird das letzte Bühnenwerk Orffs, De temporum fine comoedia aus dem Jahr 1973, gegenübergestellt. Mit diesem philosophisch reichen Werk zog Orff zugleich den Schlussstrich unter sein vielgestaltiges musikdramatisches Schaffen, das ihn als einen der individuellsten Komponisten des 20. Jahrhunderts ausweist.

  • Premiere:
    30. Januar 2010 | 19:30 | Großes Haus
  • Vorstellungen:
    05. & 20.02.2010 | 19:30
    28.02.2010 | 16:00
    18. & 24.03.2010 | 19:30
    04.04.2010 |18:00
    23.04.2010 | 19:30
    07.05.2010 | 19:30
    16.05.2010 | 18:00
  • Ausstellung: Carl Orff – Humanist im Strom der Zeit
    30.01 - 15.03.2010 in Zusammenarbeit mit dem Orff-Zentrum München

Mehr Informationen auf den Seiten des Staatstheaters Darmstadt ›››

Musik von Carl Orff fasziniert die Welt

Herbert Kirsch, Bürgermeister der Marktgemeinde Diessen am Ammersee vor dem Carl Orff-Portrait, das die in Diessen lebende Bildhauerin Lisa Merkel (1916 – 2002) schuf. Es ist im Foyer des weltweit einzigen Carl Orff-Museums ausgestellt.
Rechtsanwältin Ute Hermann, die als geschäftsführendes Vorstandsmitglied die Carl Orff-Stiftung hauptamtlich leitet, im Gespräch mit Polo Vallejo aus Madrid, der – wie auch Bürgermeister Kirsch – als neues Mitglied ins Kuratorium der Carl Orff-Stiftung berufen wurde. Fotos (2): Beate Bentele

Ein Spanier und ein Oberbayer verstärken Kuratoriumsarbeit - Globale Verbreitung und lokale Verwurzelung

 
DIESSEN/München, 23. November 2009 – Die Carl Orff-Stiftung möchte das weltumspannende Werk und Wirken des Musikpädagogen und Komponisten, des Theatermanns und Humanisten Carl Orff (1895 – 1982) international mehr verankern, ausgehend von einer starken Verwurzelung in der Marktgemeinde Diessen. Ende November 2009 ist die Institution ihrem Ziel einen Schritt näher gekommen mit zwei neuen Kuratoriums mitgliedern: Bürgermeister Herbert Kirsch aus Diessen am oberbayerischen Ammersee und Dr. Polo Vallejo aus Madrid/Spanien. „Mit den zwei Persönlichkeiten sind die regionale Verortung und die globale Wirkung der Stiftung gesichert“, freut sich Rechtsanwältin Ute Hermann, die seit zwei Jahren geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Carl Orff-Stiftung ist.
 
Zweimal im Jahr tagen Stiftungsvorstand und Kuratorium miteinander. Am Ende des langen Sitzungstages in München waren alle zufrieden mit den personellen Entscheidungen. Bürgermeister Herbert Kirsch betonte vor der Presse, wie sehr er sich auf die Arbeit im Kuratorium freue. Er wolle sich vor allem auch für das weltweit einzige Carl Orff-Museum engagieren, das im Diessener Rink-Anwesen an der Hofmarkt beheimatet ist. Und weiter: „Ich empfinde es als eine große Ehre für unsere Marktgemeinde, dass ich als Bürgermeister ins Kuratorium gewählt wurde.“
 
Auch Polo Vallejo ist stolz auf seine Ernennung. Der Spanier ist Doktor der Musikethnologie. Seine Forschungen konzentrierten sich bisher vor allem auf Afrika und Georgien. Damit befindet er sich in den Fußstapfen von Carl Orff, der sich intensiv mit der Musikkultur außereuropäischer Völker beschäftigte. Vallejo ist außerdem Komponist und unterrichtet das Orff’sche Schulwerk in Madrid. Für die Carl Orff-Stiftung ist er aber auch weltweit unterwegs, um in Kursen Orffs elementare Musik- und Bewegungserziehung zu vermitteln. In seiner Person verbinden sich somit die drei Komponenten der Stiftungsarbeit: Die Forschung, die Pflege des pädagogischen und des künstlerischen Schaffens.
 
Auch die Witwe des Komponisten, Liselotte Orff, die 24 Jahre die Stiftung leitete und sie 2008 in die Hände des Komponisten und Orff-Schülers Wilfried Hiller legte, kehrte nach der Tagung in München guter Dinge an den Ammersee zurück. Ihr Bestreben, das Komitee zu verjüngen, ging mit den zwei 50-jährigen neuen Kuratoriumsmitgliedern in Erfüllung. Außerdem wurde das Gremium von bisher sechs auf acht Entscheidungsträger aufgestockt.
 
Orffs geistiges und künstlerisches Erbe
Die Carl Orff-Stiftung hat der Komponist selbst testamentarisch verfügt. Sie ist eine gemeinnützige öffentliche Stiftung bürgerlichen Rechts und hat ihren Sitz in Diessen am Ammersee,  wo Carl Orff von 1955 bis zu seinem Tode lebte. Das Büro befindet sich momentan in Raisting, „allerdings“, meint Ute Hermann, „möchte die Stiftung wieder nach Diessen zurück.“ In Diessen stehen auch Orffs Wohnhaus sowie sein Arbeitshaus mit dem Arbeitszimmer. Beide Gebäude befinden sich noch im Originalzustand.

„Die Stiftung hat den künstlerischen und pädagogischen Nachlass von Carl Orff zu erhalten und sein geistiges und künstlerisches Erbe zu wahren und zu ver breiten“, heißt es in der Satzung. Diesen Zweck verwirklicht sie, indem sie die Originalstücke des künstlerischen Nachlasses unveräußerlich in ihrem Bestand sichert, die wissenschaftliche Arbeit am Werk Carl Orffs fördert, und in der Öffentlichkeit das Verständnis für das universale Werk stützt sowie sich um dessen Verbreitung annimmt.

Dem Kuratorium obliegen die Aufgaben, den Stiftungsvorstand bei der Arbeit zu beraten und zu unterstützen. Letzt genanntes dürfte der wichtigste Auftrag sein, der sich auf den jährlichen Haushaltsplan konzentriert, in dem die Verteilung der Stiftungsgelder geregelt wird, informiert Ute Hermann. Darüber hinaus seien die Kuratoriumsmitglieder auch in die inhaltliche Diskussion eingebunden, zum Beispiel in die Förderung des pädagogischen Werkes. Darunter ist die Verbreitung des Orff’schen Schulwerks zu verstehen als ein Medium des interkulturellen und musikpädagogischen Austausches weltweit.

Eine andere Aufgabe ist die internationale Positionierung des künstlerischen Werkes. Neben den „Carmina Burana“, die als meist gespielte Chor-Orchester-Werke der Welt einen hohen Bekanntheitsgrad genießen, werden vor allem auch die weniger bekannten, aber nicht minder beeindruckenden Bühnen werke Carl Orffs fokussiert. Die Carl Orff-Stiftung nimmt sich aber auch des Museums in Diessen an (Stiftung und Marktgemeinde Diessen teilen sich derzeit die Rechts trägerschaft) und der Festspiele Orff-in-Andechs. Weiter unterstützt die Stiftung auch das Orff-Zentrum in München in seinen Forschungs- und Dokumentationsaufgaben. Dazu gehören zum Beispiel die Finanzierung von Publikationen, die Bestandssicherung, bestandsergänzende Ankäufe sowie Doktorandenstipendien. Ute Hermann: „Es ist eine überaus große Aufgabe, die wir zu erfüllen haben.“                                                                                      Beate Bentele

 

ECHO Klassik-Sonderpreis für Nachwuchsförderung an „ReSonanz & AkzepTanz“

Berlin, 14. Oktober 2009 – Wenige Tage vor dem ECHO Klassik 2009 lüftet die Deutsche Phono-Akademie, das Kulturinstitut des Bundesverbandes Musikindustrie, das Geheimnis. Der ECHO Klassik-Sonderpreis für Nachwuchsförderung geht an das Essener Spiel- und Lernprojekt „ReSonanz & AkzepTanz“ und an das konzertpädagogische Programm des Beethoven Orchesters Bonn „Bobbys Klassik“. Zusammen mit allen anderen Preisträgern erhalten beide Projekte die ECHO-Trophäe am 18. Oktober in der Dresdner Semperoper. Das ZDF überträgt die Gala unter dem Titel „Echo der Stars“ am selben Abend um 22:00 Uhr.

„ReSonanz & AkzepTanz“ ist ist ein Orff Schulwerk-Projekt, das Prof. Klaus Feßmann vom Orff-Institut in Salzburg nach den Grundlagen des Orff Schulwerks entwickelt und gemeinsam mit der Philharmonie Essen an einer sog. Problemschule in Essen-Katernberg realisiert hat.

Die Carl Orff Stiftung hat dieses Projekt begleitet.

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